"Tiffany's" in New York war Erstbesitzer des Oldtimers von Gerd Helm

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Wenn Gerd Helm über seine Liebe zum Oldtimersport spricht, merkt man schnell, dass es sich bei seinen 356ern nicht um Statussymbole handelt, die man heutzutage nun mal haben sollte. Nein - er bewegt sich nahe am Idealzustand.

Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn hat er für den dritten Lebensabschnitt ein Fulltime-Hobby gewählt, wie es schöner kaum sein könnte. Es scheint, als habe er sich mit Haut und Haaren Autoklassikern und dem damit verbundenen Oldtimersport verschrieben.

Er ist als Sohn eines Opel-Grosshändlers mit Benzin im Blut aufgewachsen. Lange war die Autobranche seine Welt, ehe er in das Verlagswesen wechselte. Ein immer wiederkehrendes Erlebnis hat sich schon vor Jahrzehnten offensichtlich unauslöschlich in sein Gedächtnis eingebrannt: Wenn ihm im Opel Kapitän sitzend, die sportlichen Porsche 356 entgegen gekommen sind, dann reifte der Entschluss, so einen Wagan selber zu besitzen. Irgendwann Ende er 90er-Jahre legte sein Bruder die Lunte, als dieser plötzlich mit einer Pagode auftauchte.

Mit Unterstützung seines alten Freundes Hermann Schätzle, machte er sich noch in der Vor-Internet-Zeit in ganz Deutschland auf die Suche nach einem angemessenen Fahrzeug, in das er seine 186 cm Körperlänge bequem unterbringen konnte. Die Jaguars und Healeys standen am Anfang ganz oben auf der Liste. Dann gewann der 356er langsam die Oberhand. Heute ist er stolzer Besitzer eines BT 5 1600 Super Cabrios, das sich sogar das Haus Porsche schon zu Präsentationszwecken bei Gerd Helm ausgeliehen hatte.

Von seinem Porsche 356B Cabrio wurden 1959 nur 468 Stück hergestellt. Sein silberfarbenes Exemplar ist das 285. dieser Serie.

Erstbesitzer war das weltberühmte Juwelier-Haus "Tiffany's" in New York. 1994 holte es ein deutscher Autonarr aus Amerika zurück und 1995 und 1996 wurde es in einer Werkstatt am Bodensee mit Unterstützung von Porsche in über 1100 Arbeitsstunden generalüberholt. Sogar das Originalradio ist bis heute erhalten. Das Cabrio wird seither ausschliesslich von Porsche-Spezialisten gewartet.

Jetzt war es Zeit für den aktiven Sport, Gerd Helm meldete in 2001 bei der Württembergischen Classic und sammelte bei der Rallye erste Erfahrungen. Und zwar so nachdrücklich, dass er bereits im Folgejahr bei der gleichen Rallye den dritten Platz erringen konnte. So erfolgreich ging es weiter. Bei elf Veranstaltungen, an denen er mit dem Auto in 2001 und 2002 teil nahm, konnte er sieben mal mit einem Pokal nach Hause fahren.

Bei der ADAC Rallye Stuttgart Historic "50 Jahre Baden Württemberg" holte sein Porsche 1600S Cabrio den "Concour d'Elegance-Sieg". Das gelang erneut in 2007 im Residenzschloss Ludwigsburg bei "Retro Classic meets Barock", dem mittlerweile weltbekannten Concour, der vom WAC-Clubmitglied Karl-Ulrich Herrmann ins Leben gerufen wurde.

So ein Schmuckstück, wie das silberne "Tiffany-Cabrio" verdient schonenden Umgang. Was schwer fällt, wenn man, wie Gerd Helm, die ganze Saison über bei Rallyeveranstaltungen präsent ist. Wegen der hohen Kilometerleistung über die Saison sollte noch ein zuverlässiges Modell als zweiter Wagen in die Garage - also noch ein 356er. Mehr oder weniger durch Zufall entdeckte er in Hamburg ein 356er Coupé mit Schiebedach, das seinen Vorstellungen entsprach. Schon bald war der Wagen in den Händen eines Restaurators in Schorndorf. Mit diesem Fahrzeug fuhr Gerd Helm mit seinem Sohn auf dem Beiferahrersitz in 2007 knapp am Hattrick beim Boxenstop Hill Event vorbei. Ganze drei Plätze trennte ihn vom dritten Sieg in Serie.